Alternative für Identitäre – zum Verhältnis der Identitären Bewegung und der AfD

Die Identitäre Bewegung (IB) ist eine junge Organisation, welche versucht für ihre kultur-rassistischen Inhalte, durch spektakuläre Aktionen, wie das Ersteigen des Brandenburger Tors,  Aufmerksamkeit zu erregen.

Im Sommer 2016 erklärte der Verfassungsschutz die IB beobachten zu wollen. Offiziell ging die AfD daraufhin auf Distanz. Der Blick in die ostwestfälischen Strukturen der AfD zeigt jedoch vielfältige Überscheidungen und Kontakte.

David Mühlenbein bei einer Demo der AfD Paderborn 2016

Am 25. Mai 2014 wurde der Verein „Identitäre Bewegung Deutschland“ ins Vereinsregister beim Amsgericht Paderborn eingetragen. Gründung und Eintragung waren Ausdruck davon, dass im Raum Paderborn seit einiger Zeit eine regionale Gruppe der IB aktiv ist. Unter den Gründungsmitgliedern der IB befindet sich David Mühlenbein. Dieser bewegt sich seit Jahren in der extrem Rechten Szene und nahm an Naziaufmärschen, zum Beispiel in Dortmund teil. Zwischenzeitlich gehörte er der Paderborner-Nazi-Gruppierung „Formation W“ an.

Ebenfals an der Gründung des IB Vereins beteiligt war Savin Largard aus Paderborn. Lagard ist auch Gründungsmitglied und 1. Beisitzer im Vorstand des Paderborner Vereins „Alternativer Kulturkongress e.V.“.

Flyer Alternativer Kulturkongress

Bei diesem Verein handelt es sich offensichtlich um eine Vorfeldorganisation der AfD. Für deren Kongress war anfangs Martin Sellner, der Vorsitzende der Identitären Bewegung Österreichs eingeplant, dazu Björn Höcke. Später waren es die AfD-Größen Höcke, Poppenburg und Gauland. An der Kundgebung der AfD in Paderborn mit Björn Höcke nahmen auch einige Aktivisten der IB teil, welche Protestierende provozierten.

IB nach der AfD Kundgebung am 13.05.2016 in Paderborn | Bild: Robin Dullinge [1]

Ein solch offener Schulterschlus zwischen AfD und IB wird nicht von allen in der Partei gern gesehen, seitdem die aktionistische IB seit Sommer 2016 vom Verfassungschutz beobachtet wird. Der Bundesvorsitzende der Jungen Alternativen (JA) Sven Tritschler aus Köln zum Beispiel distanzierte sich von der IB: „Wir sind es den Soldaten, Polizisten und Beamten unter uns schuldig, eine klare Linie zu ziehen. Und das machen wir auch“. Wie der Blick nach OWL zeigt, sieht das in der Praxis ganz anders aus, die Alternative für Deutschland ist zumindest für Teile der Identitären Bewegung eine Alternative.


Bildquelle: [1] Robin Dullinge


 

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