Die AfD im Hotel Quellental – Tradition oder Zufall?!

Für den 12. Mai 2017 kündigte die AfD Bielefeld eine Veranstaltung mit dem NRW-Vorsitzenden der Partei Marcus Pretzell an. Allein die Wahl des Veranstaltungsortes, des Hotel Quellental in Steinhagen, wirft die Frage auf, inwieweit sich die Partei hier in einer Tradition der extremen Rechten bewegt. Seit über 30 Jahren geben sich Neonazis in dem Berghotel die Klinke in die Hand.

Das „Deutsche Kulturwerk Europäischen Geistes“, kurz DKEG wurde 1950 von Kulturschaffenden gegründet, die sich vor 1945 für den Nationalsozialismus eingesetzt hatten. Sie wollten nach 1945 in diesem Sinne weiter agieren. Ihr Kopf war der ehemalige NS-Reichsfachschaftsleiter für Lyrik Herbert Böhme. In der Ausgabe Nr. 6/1984 der Zeitschrift „Deutsche Monatshefte“, dem Publikationsorgan des DKEG, findet sich der Bericht eines Treffens der Bielefelder und Steinhagener Untergliederungen des DKEG. Ort der Veranstaltung im März 1984 war das „Berghotel Quellental“. Weiterlesen...

Analyse zur Landtagswahl

Sehr lesenswerte Analyse der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW“ über die Ergebnisse der Landtagswahl und des vorangegangenen Wahlkampfs der rechtsextremen und rechtspopulistishen Parteien.


Quelle: http://www.mobile-beratung-nrw.de/2-aktuelles/240-analyse-zur-landtagswahl


Extrem rechte und rechtspopulistische Parteien in NRW
Analyse zum Wahlkampf und den Ergebnissen der Mobilen Beratung NRW

Seit fast zehn Jahren sind die Mobilen Beratungsteams in den Regierungsbezirken NRWs feste Ansprechpartnerinnen für alle, die sich im Land mit Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und anderen Ungleichwertigkeitsvorstellungen auseinandersetzen wollen – oder müssen. Neben der konkreten Unterstützung von Initiativen, engagierten Personen, Verbänden, Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Vereinen, Parteien oder Behörden vor Ort durch Beratung, Qualifizierung und Begleitung ist seit vielen Jahren die Recherche und Analyse aktueller Herausforderungen im Themenfeld eine Hauptaufgabe der Teams. Die Ergebnisse wollen wir möglichst hilfreich und nutzbar für Engagierte und Interessierte aufbereiten und weitergeben. Weiterlesen...

Verschwörungstheorien – Die „Alternative für Deutschland“ und die „Alternativen Wissenskongresse“

Christoph Hörstel glaubt an „Chemtrails“. Er glaubt daran, dass die Kondensstreifen von Flugzeugen in Wirklichkeit Chemikalien sind, die mit Billigung der Regierung versprüht würden. Die Wirkung sei eine Betäubung und Unterdrückung der deutsche Bevölkerung. Hörstel ist einer der Vielschreiber der verschwörungstheoretischen Szene und einer der Referenten der „Alternativen Wissenskongresse“ (AWK).

Erstmals hatten sich 2015 etliche AfD-Funktionäre um den Gütersloher Kreisvorsitzenden Udo Hemmelgarn zusammengefunden, um den ersten dieser Kongresse zu organisieren.

Angesichts der offenen Verschwörungstheorien intervenierte der damalige Bundesvorsitzende Bernd Lucke. Er schätze ein: „Unter den Referenten scheinen sich Verschwörungstheoretiker und Wirrköpfe zu befinden“. Daraufhin fand die Veranstaltung nicht als AfD-Kongress statt, sondern die Organisatoren gründeten den in Gütersloh ansässigen „Verein zur Förderung des politischen Dialogs“, der seitdem als Veranstalter auftritt. Nichtsdestotrotz werden die Einladungen auf AfD-Veranstaltungen etwa auf den Paderborner AfD-Kundgebungen verteilt. Weiterlesen...

Rassismus ist nicht witzig – Bernd Venjakob

Den Vorwurf, dass sie eine rassistische Partei sei, weist die AfD zurück. Ein Blick auf das Personal der AfD zeigt auf dieser Ebene jedoch teilweise ein anderes Bild.

Als regionales Beispiel mag hier der stellvertretende Kreisvorsitzende der Gütersloher AfD Bernd Venjakob dienen.

Vermutlich hielt dieser seinen Post im sozialen Netzwerk Facebook am 10. November 2016 für witzig. Damals postete er: „Was ist die erste offizielle Amtshandlung von Donald Trump? Er schmeißt eine schwarze Familie aus ihrem Haus….“.

Venjakob geht es eindeutig nicht darum, dass ein republikanischer Präsident einen demkoratischen ablöst, auch nicht darum, das evtl. statt eines unfähigen ein seines Erachtens fähigen Präsident das Amt übernimmt, ihm geht es um die Hautfarbe und darum, Menschen mit einer  schwarzen Hautfarbe aus einem Haus zu werfen. Das ist nun mal schlicht und einfach Rassismus. Weiterlesen...

Marcus Pretzell

Der jetzige AfD-Landesvorsitzende Marcus Pretzell kommt aus dem Bielefelder Kreisverband der Partei, deren Sprecher er 2014 war. Mittlerweise soll er dem KV Düsseldorf angehören, seine tatsächliche Wohnadresse ist aber unbekannt.

Als Europaabgeordneter wurde er 2016 aus der Fraktion der „Europäischen Konservativen und Reformer“ (EKR) ausgeschlossen und trat der Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) bei, die aus Abgeordneten der französischen FN, der österreichischen FPÖ und anderen extrem rechten Parteien besteht.

Schon im März 2014 wurde Pretzell von dem damaligen Bundesvorstand um Bernd Lucke abgemahnt, weil er auf einer Veranstaltung der Jugendorganisation „Junge Alternative“ mit dem damaligen britischen UKIP-Vorsitzenden Nigel Farage aufgetreten war. Auf dem Essener Parteitag erklärte Pretzell im Juli 2015, die AfD sei auch eine „PEGIDA-Partei“. Als Europaabgeordneter besuchte er im April 2016 die von Rußland annektierte Krim. Weiterlesen...